„Omnes omnia omnino“ -
Alle Alles Allseitig

Unser Namensgeber Johann Amos Comenius (1592-1670) kann mit Recht als ein „moderner“ Pädagoge verstanden werden, dessen Grundannahmen und Ziele durchaus noch Gültigkeit haben.

Er erkannte als einer der ersten die Wichtigkeit des Kindesalters. Er sah die Notwendigkeit der „Nutzung des frühen Lernens“ und forderte Möglichkeiten, den Kindern die Welt mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Er verlangte Anschaulichkeit der Lerninhalte und der Lernmaterialien und legte mit seinem „Orbis pictus“, in dem anhand von Bildern Wörter und Begriffe erlernt werden, die Grundlage „multimedialen“ Unterrichtens. 

Ebenso proklamierte er „lebenslanges Lernen“ als Aufgabe eines jeden Einzelnen. Die von ihm geforderte „Pansophia“ (Allgemeinbildung) ist nur in ständiger Ergänzung und Erneuerung des Wissens möglich.

Comenius setzte sich für die unbegrenzte Ausbildung aller Kinder unabhängig von ihrer Standeszugehörigkeit ein. Dass alle Kinder und Jugendliche, gerade auch die aus benachteiligten und bildungsfernen Bevölkerungsgruppen, einen Anspruch auf Wissen und Bildung, auf Entfaltung ihrer Persönlichkeit haben, sollte eine besondere Verpflichtung in unserer pädagogischen Arbeit sein.amos_comenius.jpg

Das Gleiche gilt für den Grundsatz, dass Ausbildung und Erziehung auf aktive Mitarbeit in der Gesellschaft abzielen sollen.

Comenius hat sein Leitziel „Omnes omnia omnino“ selbst recht eindrucksvoll erklärt:

Eine vollkommen ihrem Zweck entsprechende Schule nenne ich die, welche in Wahrheit eine Menschen-Werkstatt ist, in der ALLE ALLES ALLSEITIG – omnes omnia omnino – lernen sollen. Dies ist nicht so zu verstehen, als ob wir von allen die Kenntnis aller Wissenschaften und Künste verlangten. Dass aber alle Lernenden, die ja in die Welt nicht bloß als Zuschauer, sondern als künftige Mitspieler entsandt werden, Grundlage, Ordnung und Ziel alles Wesentlichen, was da ist und geschieht, erkennen – dafür muss man allseits sorgen. Nicht aus jedem Holze lässt sich ein Merkur schnitzen, sagst du. Ich antworte: Aber aus jedem Menschen ein Mensch.“ (Comenius: Didactica magna 1657)

Dieses Leitmotto verstehen wir heute immer noch als Maßstab für die Zielsetzung und Praxis unseres schulischen Handelns. Nicht die Wissensvermittlung allein steht im Zentrum der schulischen Bemühungen, sondern eine umfassende Menschenbildung, die den einzelnen befähigt, aktiv und sinnstiftend in der Gesellschaft mitzuarbeiten. Dazu muss die Schule ihren Schülerinnen und Schülern ein solides Fundament von Wissen vermitteln, das sie sich mit allen Sinnen aneignen sollen. Auch auf die Wichtigkeit vielfältiger Unterrichtsmethoden hat unser Namenspatron im obigen Zitat bereits hingewiesen, und Methodenlernen und Methodenkompetenz sind aus dem Schulalltag unseres Gymnasiums nicht mehr wegzudenken.

Wir erziehen unsere Schüler zu Selbstständigkeit, auch beim Erlernen systematischen und effektiven Arbeitens, und zu Verantwortung und Engagement für sich selbst und für andere.

Wir streben eine ganzheitliche Bildung an, die sowohl Allgemeinwissen fordert und fördert als auch fachliche und persönliche Schwerpunktsetzungen im Rahmen des schulischen Angebots zulässt.

Wir verstehen uns als eine Schule, die auf neue Herausforderungen innovativ reagiert. Wir begegnen der Welt und den Menschen mit kultureller Aufgeschlossenheit und intellektueller Neugier und sind bereit, Konsequenzen aus aktuellen Entwicklungen zu ziehen. Wir sehen die pädagogischen Chancen des schulischen Ganztagsbetriebs und arbeiten aktiv an einer optimalen Entwicklung der Schule. Wir arbeiten mit externen Einrichtungen aus Politik, Wirtschaft und Kultur zusammen und fördern die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern durch zahlreiche internationale Projekte und Austausche.

Ein offener, freundlicher und vertrauensvoller Umgang aller miteinander, durchaus auch mit Humor gepaart, ist eine wesentliche Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit und unseres Schullebens. Wir begegnen uns in gegenseitiger Achtung und mit Respekt: Wichtig für uns ist, dass alle gerne hierher kommen, um zu lernen, zu lehren, mitzuhelfen und mitzugestalten. Die Förderung eines guten Schulklimas ist in unserer Schulprogrammarbeit konzeptuell fest verankert.