Montag 29. Januar 2024

Holocaust-Gedenkgang durch Oberkassel

Vier Klassen und Kurse unserer Schule beteiligten sich am Vortag des Holocaust-Gedenktags an einem bewegenden, würdevollen Rundgang auf jüdischen Spuren in Oberkassel. Zusammen mit der linksrheinischen Bezirksvertretung, dem Albert-Einstein-Gymnasium und der Carl-Benz-Realschule hatte unser Gymnasium zu dem Gedenkgang am Freitag (26.1.) eingeladen. Dabei wurde an drei Stationen der Opfer des Genozids an den Juden und Jüdinnen im Nationalsozialismus gedacht.

Zu Beginn des Gedenkens informierten Schüler*innen der Carl-Benz-Realschule über die jüdische Familie Mayer, deren Sohn Kurt Anfang der 1930er Jahre übrigens Schüler unserer Schule war. Dessen Neffe, Thomas Mayer, war als besonderer Ehrengast ebenfalls anwesend. Die Geschichte des sogenannten „Judenhauses“ in der Teutonenstraße hatten Schüler*innen des Albert-Einstein-Gymnasiums erforscht und stellten ihre Ergebnisse vor.

Letzte Station war dann der nördliche Luegplatz. Hier trugen fünf Comenianer aus unserer AG „Jüdische Schüler des Comenius-Gymnasiums 1933-45“ ihre Forschungsergebnisse zur jüdischen Familie Willinger vor. Drei Söhne (Ismar, Kurt und Guido Willinger) gingen auf unsere Schule – und wurden allesamt später von den Nationalsozialisten ermordet; ebenso ihre Ehefrauen und die Mutter, Rosa Willinger. Diese hatte noch im Kaiserreich, als Frauen nicht einmal das Wahlrecht besaßen, eigenständig ein Damenkonfektionsgeschäft namens „Louvre“ am Ende der Königsallee geführt. Nach dieser international orientierten Pionierin weiblichen Unternehmertums wird die Stadt Düsseldorf auf unseren Vorschlag hin einen Teil des Luegplatzes in „Rosa-Willinger-Platz“ umbenennen. Die Enthüllung des neuen Platznamens wird im Juni erfolgen, in Anwesenheit ihres Enkels, des Holocaust-Überlebenden Gershon Willinger, den wir aus Toronto für eine Woche zu uns eingeladen haben.

Dass die Erinnerung an die historischen Verbrechen der Nazis auch politisch ungemein wichtig ist, das betonten Bezirksbürgermeister Rolf Tups und BV-Mitglied Markus Loh in ihrer Ansprache. Sie riefen zum Kampf gegen den aktuellen Antisemitismus auf und verurteilten die „Remigrations“-Pläne der Rechtsextremen und der AfD.

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