2018-06-29 - Erinnerung an Ex-Comenianer Werner Pfingst

Fünf Jahre ist es her, dass die Stadt Düsseldorf den Werner-Pfingst-Platz im Herzen Oberkassels einweihte und damit unseren ehemaligen jüdischen Schüler und Abiturienten des Jahres 1933 ehrte. Der Naziterror zwang Werner Pfingst zur Flucht in die USA und kostete seinen Vater, seiner Schwester und weiteren Familienangehörigen das Leben. Dennoch hielt der Ex-Comenianer nach dem 2. Weltkrieg den Kontakt nach Deutschland und besuchte seine ehemaligen Schulkameraden mehrfach in Oberkassel.

Diese Tradition setzte nun seine Tochter Ellen Finks fort, die zu dem kleinen Jubiläum extra aus den USA angereist war und auch Werners Enkel Dan mitbrachte. In einer kleinen Feierstunde am Straßenschild hieß die Bezirksvertretung 4 beide Gäste herzlich willkommen. Vor den linksrheinischen Lokalpolitikern und weiteren Geladenen erinnerte Bernd Müller (ehemaliger Lehrer unserer Schule und Mitautor des Buches über Werner Pfingst) an diesen erstaunlichen Mann und die Benennung des Platzes nach ihm vor fünf Jahren.

Zuvor waren Ellen und Dan Finks (im Bild mit Blumenstrauß bzw. 3. v.l.) an unserer Schule und auch im ehemaligen Gebäude des Comenius-Gymnasiums gewesen. In unserem Schularchiv haben sie u.a. das Original des Abituraufsatzes eingesehen, in dem der damals 18jährige Werner Pfingst nachdrücklich und mutig für die Demokratie als bessere Staatsform argumentierte - ausgerechnet am Tag nach Hitlers "Machtergreifung" und als jüdischer Schüler. Seine Tochter und sein Enkel waren sehr gerührt, dieses bemerkenswerte Dokument erstmals im Original zu sehen.