2019-02-14 - Erste DISCOM am Comenius

Genmanipulation dank Genschere CRISPR/Cas?

Unter diesem Titel fand am 11.02.2019 die Premiere des DisCom, unseres neuen naturwissenschaftlichen Diskussionsabends, statt. Eine Gruppe von 8 Schülerinnen und Schülern aus der Oberstufe hat dieses neue Konzept als Mischung aus Information und Diskussion über aktuelle und kontroverse Themen aus dem MINT-Bereich unter der Leitung von Frau Kessler und Herrn Thöne vorbereitet. 

Nach seinem Impulsvortrag über den Mechanismus des natürlichen CRISPR/Cas-Systems als Teil des Immunsystems in Bakterien und die adaptierte Version, die seit 2012 die Gentechnik revolutioniert, stellte sich der Mikrobiologe Dr. Carl Haag von der Heinrich-Heine-Universität den zahlreichen Fragen des Publikums.

Wird man mit CRISPR/Cas in der Lage sein, Krebs oder HIV zu heilen?

Kann man mit CRISPR/Cas veränderte Organismen im Nachhinein noch als gentechnisch verändert erkennen?

Wird das System die Wiederauferstehung von Dinosauriern ermöglichen?

Die rasante Entwicklung dieser Technik und der Einsatz in sämtlichen Forschungsgebieten – Lebensmittelherstellung, Erforschung und Diagnostik von Krankheiten bis hin zu den ersten gentechnisch veränderten menschlichen Embryonen in China – wurde den Anwesenden eindrucksvoll vor Augen geführt. Vor dem Hintergrund, dass in den USA schon „Baukästen“ für eigene gentechnische Experimente als Hobbygentechniker käuflich zu erwerben sind, wird deutlich, dass CRISPR/Cas eine Welle ausgelöst hat, der die dringend notwendige ethische Diskussion noch hinterherhinkt.

Was wird in Zukunft möglich sein, was sollte verboten werden? Eine abschließende Antwort ist dazu nicht möglich, doch die Diskussion hat sicherlich die Besucherinnen und Besucher des DisCom zum Nachdenken angeregt.

 

Stefanie Kessler für den Arbeitskreis MINT