Stolperstein für Schülervater erneuert

Der Stolperstein sah schlimm aus: Tiefe Kerben zogen sich durch die Metallplatte, die an Heinrich Pfingst erinnert, also an einen Schülervater unserer Schule, der im „Dritten Reich“ ermordet wurde. Ob es Vandalismus war, ist unklar. In jedem Fall wurde der Stolperstein in der Oberkasseler Cheruskerstraße jetzt erneuert. Die Klasse 9d gestaltete eine würdige Zeremonie, in deren Rahmen der neue Stolperstein verlegt wurde.
Die Schüler*innen schilderten während der Gedenkstunde den Lebensweg von Heinrich Pfingst. Er stammte ursprünglich aus Ostpreußen, besaß dort ein großes Kaufhaus und engagierte sich für die Weimarer Republik. 1928 war er mit seiner Familie nach Düsseldorf gezogen, damit seine jüngeren Kinder eine gute gymnasiale Ausbildung erhielten. Der Sohn Werner kam deshalb auf das Comenius-Gymnasium.
Die gesamte Familie musste vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. Während es Werner und fünf seiner Schwestern in die USA und nach Palästina schafften, wurde ihr Vater Heinrich in den Niederlanden zuerst im KZ Westerbork interniert und dann am 23.7.1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Vor dem ehemaligen Haus der Familie wird jetzt wieder würdig an ihn erinnert.