Montag 6. Juli 2026

„Les Voyageurs“- Filmvorführung und Zeitzeugengespräch mit David Bingong

COMENIUS GANZHEITLICH

Das Comenius-Gymnasium hat letzte Woche ganz besonderen Besuch bekommen: Der Dokumentarfilmer David Bingong, der ursprünglich aus Kamerun stammt, seit 2015 aber in Spanien lebt, hat den weiten Weg aus Madrid auf sich genommen, um uns am Comenius seinen Film vorzustellen und im Anschluss die Fragen des Publikums zu beantworten.

In drei Vormittagsveranstaltungen für die Schüler*innen der Klassen 10 und Stufen EF und Q1, sowie einer Abendveranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit, präsentierte er uns seinen Film „Les Voyageurs“ – auf Deutsch „Die Reisenden“. Dieser Film basiert auf Aufnahmen, die David Bingong und seine Wegbegleiter in den Jahren 2014 und 2015 mit einer einfachen Digitalkamera machten, während sie immer wieder versuchten, die EU-Außengrenze zwischen Marokko und den Städten Melilla und Ceuta, zwei spanischen Städten auf marokkanischem Territorium, zu überwinden. Hierbei trotzten sie widrigsten Umständen und ließen sich trotz zahlreicher gescheiterter Versuche niemals unterkriegen.

Die im Film zu sehenden Migranten einte dabei ein gemeinsamer Traum: Nach Europa einzureisen – in einen Kontinent, der für sie das verheißungsvolle Land der persönlichen Freiheit, der Sicherheit und der Achtung der Menschenrechte darstellte. Eine andere Gemeinsamkeit sind ihre Familien, die meist in sehr prekären Umständen in Subsahara-Afrika leben und deren Hoffnungen auf ein besseres Leben sich auf die erfolgreiche Einrese eines ihrer Familienmitglieder nach Europa stützen.

Diese Beweggründe zeigen sich im Film als die Triebkraft für eine Reise der Träume, Sehnsucht und Entbehrungen, deren Umstände ohne „Les Voyageurs“ für das Publikum in Düsseldorf wohl weiterhin unvorstellbar wären. In allen vier Veranstaltungen herrschte bei der Filmvorführung eine konzentrierte, spürbar ergriffene Atmosphäre, die von den tiefen Eindrücken zeugt, die der Film im Publikum hinterlassen hat. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass „Les Voyageurs“ auch Leichtigkeit und Lebensfreude vermittelt: Die eingängigen Melodien der vielen Lieder, die David Bingong und seine Weggefährten singen, um sich gegenseitig Mut zu machen, anzuspornen und von ihren persönlichen Geschichten zu erzählen, beeindruckten angesichts der Beschwerlichkeit ihrer Reise ganz besonders.

Im Anschluss an die Filmvorführung konnte das Publikum Fragen an David Bingong stellen, wobei die SchülerInnen des Spanisch-LKs als Sprachmittler in Aktion traten: Sie übersetzten die Fragen des Publikums und die Antworten David Bingongs und ermöglichten somit einen Austausch, der allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird. Im Zentrum der Fragerunden standen die Lebensumstände der Migranten an der EU-Außengrenze, die Beweggründe für ihre Reise und natürlich auch die Frage, ob sich der beschwerliche Weg gelohnt hat und David Bingong seine Träume in Europa realisieren konnte. Hierbei wurde deutlich, dass David die gefährliche Reise, bei der er sein Leben unzählige Male aufs Spiel setzen musste, nicht wieder antreten würde, gleichzeitig aber dankbar dafür ist, dass er in Europa Fuß fassen und durch seinen Film nun Menschen in verschiedensten Ländern kennenlernen und für die Situation der Migrant*innen sensibilisieren kann.

Ein Glück, dass ihn dieser Weg auch zu uns ans Comenius geführt hat!

Ein riesiges Dankeschön an David Bingong dafür, dass er unsere Einladung angenommen hat; an das Publikum für die Offenheit, das Interesse und die vielen Fragen, und an Mariana, Brian, Nica und Nico aus dem Spanisch-LK von Frau Walper, die das Publikum durch die Veranstaltung geführt haben!

Das Projekt wurde mit Unterstützung der Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ umgesetzt – vielen Dank!

Ein großes Dankeschön für die finanzielle Unterstützung des Projektes geht an das Programm „Engagement Global“ des Bundeministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, an den Förderverein unserer Schule, das Arosa-Hotel für die Unterbringung unseres Gastes und die evangelische Kirchengemeinde, in deren Festsaal wir diese eindrucksvolle Veranstaltung durchführen durften.

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