Deutsch

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

So bringt bereits vor rund hundert Jahren der Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein eine auch für den Deutschunterricht wichtige Erkenntnis auf den Punkt. Denn positiv betrachtet öffnen Sprache und Literatur Türen zu neuen Welten und unerhörten Möglichkeiten unseres Lebens, gerade auch im Bereich unserer individuellen Fantasie und kreativen Einbildungskraft.

Solche Türen wollen wir durch einen methodisch abwechslungsreichen und thematisch spannenden Unterricht gemeinsam aufschließen. Dass wir in diesem Lernprozess immer auch die sozialen Fähigkeiten und Kompetenzen unserer Schüler*innen entwickeln und stärken, liegt auf der Hand. Denn sprachliche und literarische Medien lassen Brücken entstehen zwischen verschiedenen Kulturen, sozialen Milieus und unterschiedlichen Persönlichkeiten. In literarischen Texten wird in dieser Hinsicht in erdachten Geschichten und anhand mal außergewöhnlicher, mal allzu menschlicher Figuren vorgeführt, wie man sich über verschiedenenartige Grenzen verständigt – nicht zuletzt über die Grenzen in unseren Wertvorstellungen. Für die deutsche Sprache und Literatur kritisch wie auch weltoffen zu begeistern ist daher ein zentrales Ziel des Faches Deutsch. Unsere Schüler*innen zum Lesen zu motivieren, ist für dieses Ziel eine wichtige Etappe.

Zu Beginn der Sekundarstufe I  geht es am Comenius zunächst um einen „sanften“ Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule, bei dem die Kinder motiviert werden, sich mitzuteilen und teilzunehmen, ob in Gesprächen, beim Erzählen von Geschichten oder beim selbstständigen Schreiben von Briefen und kreativen Texten. Zum Beispiel erschaffen wir beim Thema Märchen in einer Schreibwerkstatt eigene moderne Versionen klassischer Vorlagen und setzen uns mit den vielen neuartigen, sehr populären Märchen auseinander. Durch einen aktivierenden und schülerzugewandten Unterricht schaffen wir so die Grundlage für einen erfolgreichen Lernprozess bis zum Abitur.

Den roten Faden in der Sekundarstufe I bilden drei verschiedene Kompetenzbereiche: I. Kommunikation: Sprechen – Zuhören – Schreiben, II. Texte und Medien, III. Nachdenken über Sprache. Diese Kompetenzen entwickeln wir durch ein großes Spektrum an vielseitigen Methoden, indem wir an die Lebenswelt unserer Schüler*innen anknüpfen und neue Entdeckungen in deren ganz alltäglichen Erfahrungen machen wollen. Beispielsweise schaffen wir eine möglichst hohe Lese-Motivation, wenn wir aktuelle und erfolgreiche Jugendromane lesen und vor der Klasse vorstellen lassen. Bis zur 9. Jahrgangsstufe bauen wir schrittweise den Unterricht nach einem Spiralcurriculum aufeinander auf.  

Regelmäßig findet in der 6. Jahrgangsstufe ein Vorlesewettbewerb statt, bei dem aus allen teilnehmenden Klassen schließlich ein(e) Schulsieger*in gekürt wird. Durch einen gemeinsamen Theaterbesuch der 5. und 6. Klassen im Rahmen unserer Teilnahme am Theaterfieber-Projekt nehmen die Schüler*innen aktiv an dem großen Kulturleben Düsseldorfs teil.      

 

In der Sekundarstufe II steht das wissenschaftspropädeutische Arbeiten im Vordergrund.  

 

Bildungspartnerschaft mit dem Heinrich-Heine-Institut

Im Rahmen unserer Bildungspartnerschaft arbeiten wir seit Jahren sehr erfolgreich mit dem Heinrich-Heine-Institut zusammen. Aktiv und kreativ nehmen dabei die Schüler*innenam kulturellen Leben der Stadt Düsseldorf teil. Person, Werk und Wirkung des „berühmtesten Sohnes“ der Stadt eröffnen den Kindern von der Stufe 5 an die Chance, kulturelle Bildung über die Schule hinaus konkret zu erfahren und für sich zu entwickeln. Sowohl der regionale als auch der europäische und interkulturelle Bezug des Dichters bietet dabei für dieses Vorhaben beste Voraussetzungen. Indem wir mit Museumspädagogen, Archivaren, Künstlern, Graphikern und Schriftstellern zusammenarbeiten, nutzen wir die ausgesprochen vielfältigen Angebote, Ausstellungen und Archive des Heine-Instituts für das Schulleben.                                                                                                                                                                               Konkret geht es bei den Projekten zum Beispiel um das Untersuchen und kreative Herstellen von „Schriftbildern“ mit Kindern der Erprobungsstufe, die auch in den Klassenräumen ausgestellt sind, das Illustrieren von Heine-Gedichten in Zusammenarbeit mit einem freischaffenden Künstler, Theaterbesuche rund um die „Märchentage“ im Heine-Institut, themenbezogene Führungen oder das Archiv-Projekt zum Thema „Erster Weltkrieg“, bei dem Schülerinnen und Schüler unserer Deutsch Leistungskurse der Q1 ausgehend von Recherchen in verschiedenen Archiven eigene Podcasts produzierten und ins Internet stellten. Ein Deutsch Leistungskurs gestaltete ausgesprochen kreativ und vielseitig eine eigene Zeitung zum Thema 175 Jahre Dichterliebe zwischen Heine und Schumann. Regelmäßig nehmen wir an unterschiedlichen Künstler-Workshops der EXPERIMENTALE in Düsseldorf teil, bei der aus der Begegnung von Künstler*innen und interessierten Kursen neue Texte, Collagen oder Performances zu Themen wie „Romantik und Revolution“ oder „Heimat und Exil“ entstehen.