Praktische Philosophie

Seit dem Schuljahr 2008/2009 wird das Fach „Praktische Philosophie“ am Comenius-Gymnasium ab Klasse 5 unterrichtet. Es wendet sich an alle Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich in „Praktischer Philosophie“ mit den Grundfragen des menschlichen Lebens hinsichtlich des individuellen wie auch gesellschaftlichen Selbst- und Weltverständnisses und setzen sich dabei mit der Ideengeschichte der Philosophie und der großen Religionen auseinander.

Das Fach „Praktische Philosophie“ ist als Antwort auf den ständigen gesellschaftlichen Wertewandel für die Aufgabe der Werterziehung überhaupt erst geschaffen worden. Ein zentrales Anliegen ist die argumentativ-diskursive Reflexion von Sinn- und Wertfragen, um eine Persönlichkeit mit reflektierter Wertebindung zu entwickeln. Die Werte Toleranz und Pluralismus gehen dabei Hand in Hand. Durch ein vielseitiges Spektrum an Methoden wie die Bildbetrachtung, die Filmanalyse, das Zeichnen von Cartoons, das theatrale Philosophieren oder das Weiterdenken von philosophischen Fragestellungen, die in Kinder- und Jugendbüchern enthalten sind, eröffnen sich die Schüler ihren eigenen kreativen Zugang zur Philosophie als „Liebe zur Weisheit“. 

 

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden dazu vier Kompetenzen erworben.

1)     Personale Kompetenz: Handlungen werden als „vernünftig“ – „unvernünftig“ klassifiziert und z. B. in fiktiven Situationen vernunftgemäße Aktionen und Reaktionen erprobt; außerdem setzen sich die Schüler mit Beispielen für sinnerfülltes Leben auseinander.

2)     Soziale Kompetenz: Unterschiedliche Einstellungen und ihre möglichen Folgen werden überprüft, außerdem werden Wege gewaltfreier Konfliktlösung eingeübt sowie Verantwortlichkeiten für Mitmenschen erkannt und reflektiert.

3)     Sachkompetenz: Die Schüler setzen sich mit Grundfragen der menschlichen Existenz, des Handelns in der Welt und des Umgangs mit der Natur auseinander. Dazu gehören auch Beispiele interkulturellen Zusammenlebens.

4)     Methodenkompetenz: Es geht um die Untersuchung von Wort- und Begriffsfeldern, Begründung von Urteilen in der Auseinandersetzung mit Wertkonflikten und das Schreiben von „philosophischen“ Texten.

 

 

Folgende sieben Fragenkreise sind zu berücksichtigen:

- Die Frage nach dem Selbst

- Die Frage nach dem Anderen

- Die Frage nach dem guten Handeln

- Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft

- Die Frage nach Natur, Kultur und Technik

- Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien

- Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn.

 

Der Unterricht legt die Schwerpunkte auf Differenzierungs- und Argumentationsfähigkeit, die kritische Auseinandersetzung mit Problemstellungen und selbstständige Urteilsbildung in mündlicher wie auch schriftlicher Form. Dazu kommen Beiträge im Rahmen eigenverantwortlichen Handelns wie Rollenspiel, Befragung, Erkundung, Präsentation.