Wirtschaft/Politik

In der Sekundarstufe I des Gymnasiums hat das Fach Wirtschaft-Politik die Aufgabe, bei den Schülerinnen und Schülern ökonomische und politische Mündigkeit zu entwickeln. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Interessen in der heutigen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mündig zu vertreten, sachkundig zu urteilen und verantwortungsvoll sowie demokratisch zu handeln.“[1]

 

Wie der Zielsetzung des Kernlehrplans des Faches Wirtschaft – Politik zu entnehmen ist, hat das Fach Wirtschaft – Politik eine doppelte Zielsetzung: Es geht nicht nur darum, Sach-, Methoden- und Urteilskompetenzen zu erlangen, sondern das Fach beinhaltet die Besonderheit der Handlungskompetenz. Diese soll die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, an politischen, ökonomischen und sozialen Prozessen aktiv partizipieren zu können.

Zu diesem Zweck wird bereits in der Jahrgangsstufe 5 ökonomisches Basiswissen angelegt: „Warum sind Erdbeeren zum Beginn der Saison sehr teuer? Wie können wir unsere Umwelt vor der Vermüllung retten?“, sind einige Fragen, welche die Schülerinnen und Schüler aus ihrem Alltag kennen und welche problemorientiert aufgearbeitet werden, sodass bereits in der 5. Klasse Debatten und Diskussion ermöglicht werden können und das reale Handeln möglichst früh eingeübt wird.

Aber auch die erste politische Bildung ist ein wichtiger Baustein: Demokratische Strukturen unserer Gesellschaft werden kindgerecht thematisiert: Wie wählen wir unseren Klassensprecher? Wie können wir in unserer Schule mitbestimmen? Wie wird Düsseldorf „regiert“?

Weiterhin bildet der kritische und multiperspektivische Blick und Umgang auf die neuen Medien einen wichtigen Schwerpunkt. Unsere Schülerinnen und Schüler wachsen als „digital natives“ mit den neuen Medien auf, doch der kritische und verantwortungsvolle Umgang mit ihnen muss thematisiert und eingeübt werden. Die Arbeit der schulinternen Medienscouts kann den Unterricht sinnvoll begleiten, indem einzelne Unterrichtssequenzen von älteren Schülerinnen und Schülern, die eine spezielle Ausbildung als Medienscout durchlaufen haben, durchgeführt werden.

Das interdisziplinäre Fach beinhaltet darüber hinaus den Teilbereich der Soziologie, der ebenfalls abgedeckt wird. „Mädchen gegen Jungs“ und „Mädchen können sowieso nicht Fußballspielen“ sind den Alltag der Kinder bestimmende Themen, an denen stereotypische Rollenbilder aufgearbeitet, reflektiert und kritisiert werden können.

In den Jahrgangsstufen 8 und 9 werden die oben genannten Themenschwerpunkt inhaltlich vertieft und auf ein höheres Abstraktionsniveau gehoben. Da sich die Schülerinnen und Schüler in einer zunehmend globalisierten Welt zurechtfinden müssen, wird in diesen Jahrgangsstufen der Bogen weit internationaler gespannt. Ökonomien werden nun nicht mehr nur auf Mikroebene betrachtet, sondern zusätzlich zur Betrachtung von Unternehmensstrukturen wird auch die Globalisierung mit ihren Vor- und Nachteilen kritisch betrachtet. Auch hier sollen immer die Bedeutsamkeit für das eigene Leben und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für das eigene Handeln im Vordergrund stehen. Da die großen Fragen von heute kaum mehr nur vom Nationalstaat gelöst werden können und internationale Institutionen und Organisationen von immer entscheidenderer Bedeutung sind, bilden die Europäische und Union und die globalen Strukturen und Prozesse einen weiteren Schwerpunkt in diesen Schuljahren.

Um unsere Schule zu öffnen und den Schülerinnen und Schülern einen noch größeren Bezug zu ihrem Leben zu gewährleisten, werden regelmäßig Exkursionen, beispielsweise in den Landtag, durchgeführt.

 

 



[1] Kernlehrplan des Faches Wirtschaft – Politik , online-Fassung vom 23.06.2019, S. 7.