Latein als 2. Fremdsprache

Latein – Ein Schulfach auch für Ihr Kind!

Latein ist nicht nur eines der ältesten Schulfächer in Deutschland und Europa, sondern auch eine wichtige Größe in unserem Schulwesen: Über 850.000 Schülerinnen und Schüler lernten in Deutschland im Schuljahr 2013/14 Latein, im Schuljahr 2006/07 waren es schon 830.000 Schüler.

Und die Tendenz ist seit Jahrzehnten steigend: 1990/91 waren es noch 560.000 gewesen. Der Anteil der Lateinschüler an der Gesamtschülerschaft stieg von den fünfziger Jahren bis heute um 4,3% – das ist für ein angeblich aussterbendes Fach recht viel.

Was das mit der eigenen Fremdsprachenwahl zu tun hat? Es muss doch etwas dran sein, wenn so viele Schülerinnen und Schüler Latein wählen.

Latein – Was ist das eigentlich?

Rom, die Hauptstadt ltaliens, wurde der Sage nach im Jahre 753 vor Christus in der Landschaft Latium gegründet und gab den Römern ihren Namen. Von der Landschaft Latium und ihren Bewohnern, den Latinern, hat die Sprache der Römer ihren Namen erhalten – Latein.

Dieses Latein wurde nicht nur über Jahrhunderte hinweg gesprochen, man schrieb auch alle Verträge, Gesetze usw. in dieser Sprache. Im Laufe der Jahrhunderte dehnten die Römer ihr Reich über das gesamte Mittelmeer und große Teile Europas aus.
Sie hinterließen in diesen Ländern Tempel, Theater, Thermen (Badeanlagen), Straßen und Brücken, und viele Völker übernahmen auch die Sprache der Römer.
Noch lange nach dem Zerfall des römischen Reiches lebte Latein weiter: Es wird zum Beispiel in der Kirche / dem Vatikan bis heute gesprochen und gesungen, war die Sprache der Verwaltung und Gerichte und war bis in das letzte Jahrhundert hinein wichtige Sprache der Wissenschaft.

Latein – und die anderen Fremdsprachen

In den Regionen des römischen Reiches entstanden unterschiedliche Dialekte des Lateinischen, aus denen viele Tochtersprachen hervorgegangen sind: Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch und Französisch. Selbst Englisch steht in enger Beziehung zur Sprache der Römer: Etwa 60 % des englischen Wortschatzes lassen sich von ihr ableiten.
So erleichtern Kenntnisse dieser modernen Sprachen das Erlernen des Lateinischen. Aber man hat auch gute Voraussetzungen zum Erlernen moderner Fremdsprachen, wenn man zuerst Latein lernt. Und: Nicht nur die vielen ähnlichen Vokabeln helfen. Man erhält auch ein “grammatisches Rückgrat”, denn man lernt im Lateinunterricht, wie eine Sprache “funktioniert”.

Lateinunterricht – macht Spaß!

Nicht verbergen wollen wir, dass ein großes Maß an Arbeitsbereitschaft mitgebracht werden muss, um diese Sprache zu lernen; aber wo ist das nicht so.

Heute lernt man abwechslungsreich Latein! Ob zu zweit, in der Gruppe oder spielerisch – die Arbeitsweise ist so vielseitig und ideenreich wie die Schüler. Auch neue Computerprogramme und das Internet stehen den SchülerInnen zur Verfügung. Sie machen Lust, sich auf Entdeckungsreise in das antike Rom zu begeben. Außerdem gibt es vielfältige Möglichkeiten der außerunterrichtlichen Arbeit: zum Beispiel den Besuch von Museen und Ausstellungen oder Kursfahrten ins “römische Germanien” und zu anderen antiken Stätten in Europa:

Möglich sind beispielsweise Fahrten zum Archäologischen Park nach Xanten, ins Römisch-Germanische Museum nach Köln oder nach Trier, um nur Einiges zu nennen.

Latein – Training für`s Deutsche

Im Lateinunterricht trainiert man zugleich seine Muttersprache: So übt man beim Übersetzen von lateinischen Texten, genau hinzusehen, geeignete Wörter und Ausdrücke zu suchen. Auf diese Weise verbessert man seine sprachliche Beweglichkeit und Sicherheit im Ausdruck.

Eine Studie (sh. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16.04.2004) belegt, dass Studenten, die das Latinum an der Schule erwarben, hinsichtlich Texterfassung und Leseverständnis deutlich besser abschnitten als andere. “Wo immer die Universität ihre Studenten frei wählen kann, sollte sie für alle diejenigen Fächer, die gehobenes deutsches Textverständnis verlangen, tunlichst die Studenten mit Latinum bevorzugen”, so die Studie.

Die unten aufgeführten Wörter hat man alle schon einmal gehört: Sie stammen aus dem Lateinischen. Also: Wenn man Latein lernt, versteht und beherrscht man viele solcher Fremdwörter: Computer (von computare = ausrechnen), Video (von videre = sehen), Addition (von addere = hinzufügen), Fraktur (von frangere = brechen), Präsident (von praesidere = leiten), Jurist (von ius = Recht).

Latein – hat Themen für jeden

Im Lateinunterricht erschließt man sich die Antike und das, was sie für spätere Zeiten bewirkt hat. Dabei kann man sich mit einer Fülle von ganz verschiedenen Themen beschäftigen. Allein die Schriftsteller bieten eine große Auswahl: Die Dichter Catull und Ovid durchleben alle Höhen und Tiefen der Liebe, die Geschichtsschreiber Livius und Sallust machen römische Geschichte lebendig, Caesar liefert Diskussionsstoff über das Streben nach Herrschaft und Macht, der Redner und Philosoph Cicero gibt Anlass, sich über Grundprobleme des menschlichen Lebens Gedanken zu machen. Und die Carmina Burana zeigen die Lebensfreude und den Witz der Menschen im Mittelalter.  

Aber auch ein Blick in den Alltag der “alten Römer” ist spannend: wie ein Altersgenosse vor 2000 Jahren die Schule erlebte, was man anhatte und aß, wie man seine Freizeit verbrachte.

Latein – Lernen mit System!

Es klingt selbstverständlich – aber auch Lernen will gelernt sein. Wissen zu ordnen ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten und hilft dabei, viel Zeit zu sparen. Gerade beim Erlernen des Lateinischen kann man diese Fähigkeiten üben!

Außerdem werden im Lateinunterricht Lern- und Arbeitstechniken gefördert, die für die anderen Schulfächer und auch für das spätere Berufsleben wichtig sind: Beobachtungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Unterscheidungsvermögen, sorgfältiges Abwägen von Lösungen, sprachliche Kreativität.

Latein – Hier geht`s um den Schüler!

Was heißt das eigentlich: ein wirklich guter Freund zu sein, glücklich zu leben, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen? Im Lateinunterricht werden den SchülerInnen solche Fragen immer wieder begegnen. Vielleicht haben sie sie sich ja schon einmal selbst gestellt und bemerkt, wie schwer gute Antworten darauf zu finden sind. Die Gedanken der römischen Schriftsteller wie Cicero oder Seneca können ihnen dabei helfen.

Latein – Kann man das gebrauchen?

Was bedeutet LATINUM? Das LATINUM ist ein bundeseinheitlich anerkannter Abschluss. Wie bekommt man das LATINUM? Das LATINUM kannt man im Lateinunterricht erwerben. Man kann es auch noch nachträglich an Hochschulen bekommen. Das wäre aber eine erhebliche Zusatzbelastung für das Studium.

Am Comenius bekommt ein Schüler das LATINUM, wenn er von der Klasse 6 an Latein als zweite (!) Fremdsprache wählt und am Ende der Jahrgangsstufe EF/10 mindestens die Note “4” erzielt. Schülerinnen und Schüler, die in der achten Klasse Latein wählen, haben dieses Fach bis zum Ende der elften Jahrgangsstufe, also ein Jahr weniger Zeit für fast den gleichen Stoff. Auch sie erhalten den Abschluss, wenn sie am Ende der elften Stufe mindestens eine “4” erreichen. Am Comenius ist aber Latein als dritte (!) Fremdsprache  nicht im Angebot.

Wofür braucht man das LATINUM? Das LATINUM ist an vielen Universitäten der Bundesrepublik Voraussetzung für das Studium bestimmter Fächer. Dazu gehören Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Latein, Griechisch, Theologie, Philosophie und Archäologie. Von großem Nutzen sind Lateinkenntnisse auch für andere Fächer, zum Beispiel Rechtswissenschaft, Medizin und Biologie. In vielen Fächern benötigt man das LATINUM zu höheren Abschlüssen wie der Magister- und der Doktorprüfung.

“Latein – Ich hätte da aber noch ein paar Fragen!”

Dann wenden Sie sich bitte an die Fachlehrer für das Fach Latein am Comenius-Gymnasium: Das sind Frau Kühnholz, Frau Schramm, Herr Dr. Weinforth und Herr Slawik.
                   
Stand dieser Informationen: 28. Februar 2015. Angaben zu den Abschlüssen auf Grundlage der Informationen des Ministeriums für Schule und Wissenschaft NRW. Für deren Richtigkeit keine Gewähr!