2020-10-31 - 4. DisCom am Comenius

Ist jede Plastikverpackung wirklich schlechter als eine Verpackung aus Papier? Wie will Düsseldorf bis 2035 Klimaneutralität erreichen?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzte sich der 4. DisCom am 29.10.2020 unter dem Titel „Was können wir noch tun? -Strategien im Kampf gegen den Klimawandel“ auseinander. Katja Gerhards von der Firma Henkel zeigte, wie Industrieunternehmen Verpackungsmüll reduzieren und umweltfreundlich agieren können. Die Industriedesignerin machte den Zuschauern deutlich, dass Plastik- und Papierverpackungen nicht generell als besser oder schlechter angesehen, sondern hinsichtlich verschiedener Aspekte wie Wiederverwertbarkeit, Transportfähigkeit, Ökobilanz und Energieverbrauch bei der Herstellung und Verwendung des zu verpackenden Produkts beurteilt werden müssen. Neben der Reduzierung des Verpackungsmülls wird auch daran gearbeitet, gebrauchtes Plastik wiederzuverwenden und so zum Beispiel zu vermeiden, dass der Müll in Flüsse und Meere gelangt (Stichwort: „Social Plastic“). Viel zu wenigen Menschen bekannt, aber umso wichtiger ist die Rezyklierbarkeit eines Materials, die unter anderem von der Erkennbarkeit in Müllsortierungsanlagen, von Verbundstoffen oder leicht zu trennenden Materialien oder der Transparenz und Dekoration einer Verpackung abhängt.

Im Anschluss stellte Stefan Wenzel vom Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz der Stadt Düsseldorf die Strategien unserer Heimat vor, um langfristig klimaneutral zu werden. Dass dafür noch 70% des Ausstoßes an Treibhausgasen reduziert werden müssen, dürfte so manchen Zuschauer erschüttert haben. Nur durch gemeinsame Maßnahmen von Industrie, privaten Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und vor allem den Verkehrsteilnehmern kann dies erreicht werden, wie Herr Wenzel vorrechnete. Die zahlreichen Initiativen und Förderungen zur Nutzung von Fernwärme, Ökostrom und Biogas, zum Ausbau von Photovoltaikanlagen und Gebäudesanierungen sowie die Maßnahmen, die Düsseldorf an den Klimawandel anpassen sollen, zeigen die Vielschichtigkeit der Problematik.

Ob Düsseldorf dazu allerdings eine autofreie Innenstadt oder Strafen für falsche Mülltrennung einführen sollte – dazu hatten die Anwesenden verschiedene Ansichten. Als Fazit bleibt: Es kommt auf jeden an, wenn wir die Umwelt schützen und den Klimawandel mindern wollen!