2020-10-06 - Projekt EXIL-Netz

Projekt EXIL-Netz

Artikel der RP vom 24.9.2020

Wir leben in Zeiten, in denen sich viele Menschen täglich auf den Weg machen, um eine bessere Zukunft in einem anderen Land zu suchen. Wir Schüler mit einem stabilen Lebensumfeld in Deutschland bekommen mit, wie Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen: Whistleblower leben im Exil, Völker fliehen vor Krieg.

Wir lernen über Push- und Pullfaktoren, Integration der Flüchtinge. Wir lernen, dass für Einige Deutschland das Paradies zu sein scheint. Aber wirklich die Gefühle jener können wir uns nur schwer vorstellen.

Dem hochaktuellen Thema „Exil“ widmet sich das Projekt „EXIL-Netz“, ein Projekt des Heinrich-Heine-Instituts und des Comenius-Gymnasiums. Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, das Leben von bekannten Autoren im Exil, von Heinrich Heine angefangen über neuere Autoren wie Thomas und Heinrich Mann, Rose Ausländer und Hilde Domin, genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Heinrich-Heine-Institut stellte Recherchepakete aus ihren Archivbeständen zur Verfügung. Wir Schüler durften durch handschriftliche Originale einen Einblick in die mentale Verfassung dieser Geflohenen erhalten. Zwischen den Zeilen von Briefen, Gedichten und weiteren Entwürfen.

Dabei durften wir nicht nur die psychische Verfassung kennenlernen, sondern lernten auch den Umgang mit handschriftlichen Originalen kennen, welche historische Fakten beinhalten.

Ziel war es, die Informationen der Textquellen in audiovisuelle Formate umzusetzen, um sie über bekannte soziale Netzwerke (Facebook, Instagram) zu veröffentlichen.

Zusätzlich wurden die erarbeiteten Beiträge über eine Mediensäule in der Heine-Institut-Sonderausstellung „175 Jahre Deutschland. Ein Wintermärchen“ präsentiert.

Von Januar 2020 bis Februar 2020 befassten wir uns in unserem Leistungskurs Deutsch mit dem Thema „Exil“. Dabei starteten wir mit einer Recherchephase, in welcher wir unzählige Briefe oder Gedichte, die allesamt aus den Archivbeständen des Heinrich-Heine-Instituts stammen, lasen und wichtige Informationen herausfiltern konnten. Jene Information wurde dann eingeteilt in unterschiedliche Themenbereiche und letztendlich wurde nach einer kreativen Möglichkeit der Darstellung gesucht.  Daraus resultierten Podcastepisoden, Lernfilme und Collagen, alle zum Thema „Exil“, die dann über eben genannte soziale Netzwerke öffentlich gemacht wurden. Die enge Verbindung, die zwischen Lerninhalten und den sozialen Medien hergestellt wurde, wird hier deutlich.

Durch das Projekt „EXIL-Netz“ konnten wir als Schüler eine ganz neue Herangehensweise der Lerninhaltserarbeitung kennenlernen. Sachtexte mit deutlich geschilderten Fakten gab es nicht und die Auslese von wichtigen und unwichtigen Fakten musste präzise angewendet werden, um letztendlich den Inhalt verständlich und kreativ präsentieren zu können.

Letztendlich wurde jedoch nicht nur der formelle Umgang mit historischen Textquellen verbessert, auch das empathische Verständnis für die Menschen mit Fluchterfahrung, mit denen wir vielleicht unbewusst tagtäglich in Kontakt kommen, wurde vertieft. Dieses Verständnis hat dazu beigetragen, dass man für ein solch aktuelles wie komplexes Thema sensibilisiert wurde.

 

 Liliana Schülerin [Q2]