2019-11-19 - Vortrag und Diskussion über die „Stolpersteine“ für NS-Opfer

Viele haben sie schon einmal gesehen, aber vielleicht nicht immer wirklich zur Kenntnis genommen: die kleinen, in den Boden eingelassenen „Stolpersteine“ aus Messing, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Zumeist werden sie vor den letzten Wohnhäusern von Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen oder Anderer verlegt, die von den Nazis verfolgt und/oder ermordet wurden. Über 75.000 Stolpersteine gibt es mittlerweile in den Straßen – einige davon auch in Düsseldorf. Zwei erinnern z.B. in Oberkassel an die Familie des ehemaligen Comenius-Schülers Werner Pfingst.

Katja Demnig, Ehefrau des Künstlers Gunter Demnig, der seit Jahrzehnten diese Mahnmale verlegt, informierte jetzt viele Schülerinnen und Schüler des Comenius-Gymnasiums über die Hintergründe des Stolpersteine-Projekts. Der Jahrestag der Reichspogromnacht (9.11.1938), in der die Nazis die offene Verfolgung der Juden in Deutschland initiierten, war Anlass für zwei entsprechende Vorträge mit anschließender Diskussion an unserer Schule. Im Rahmen des Geschichts- und des Religions-/PP-Unterrichts nahmen daran – organisiert von Frau Goerke – Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 9 und aus der Q2 teil.

Gebannt verfolgten sowohl die Neuntklässler als auch die angehenden Abiturienten die Ausführungen von Katja Demnig. Sie informierte darüber, wie das Projekt begann, wie Stolpersteine entstehen, wo und wie sie verlegt werden. Zur Sprache kamen aber auch gelegentliche Widerstände und rechtsradikal motivierte Attacken auf Stolpersteine. All dies bot eine wichtige Gelegenheit für einen intensiven Austausch über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, seinen bis heute reichenden langen Schatten – und wie man damit umgeht.