2019-07-04 - 2. DisCom am Comenius

Können wir künstlicher Intelligenz mehr trauen als uns selbst? Wie sieht der Straßenverkehr der Zukunft aus?

Auf unserem 2. DisCom, dem naturwissenschaftlichen Diskussionsabend am Comenius, stand das autonome Fahren im Mittelpunkt. Nachdem Professor Bresges von der Universität zu Köln die Anwesenden mit Untersuchungsergebnissen und fMRT-Aufnahmen zur (fehlenden) Aufmerksamkeit routinierter Autofahrer und typischen Unfallsituationen für das Potential technisch gesteuerter Fahrzeuge im Vergleich zu menschlichen Lenkern sensibilisiert hatte, folgte ein Blick in die Forschung: Dr. Anna-Marie Schroer und Dr. Urs Zimmermann von Aptiv Services Deutschland GmbH berichteten aus der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen und stellten Sensoren wie Radar-, Laser- und Kamerasysteme sowie mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizierende Systeme vor. Dabei wurde klar, dass es vom Level 0 (der Mensch fährt das Auto) bis zum Level 5 (vollständig autonomes Fahren) noch ein weiter Weg ist.

Anschließend zeigte uns Stefan Gregor von der ERGO Digital Ventures AG, dass sich die Risikobewertung aus versicherungstechnischer Sicht an diesen Stufen orientiert und die fehlenden Erfahrungswerte die Abschätzung entstehender Unfälle und Kosten erschweren.

Wer ist schuld, wenn zwei autonom fahrende Autos einen Unfall bauen? Muss man in Zukunft noch einen Führerschein erwerben?

In der Diskussion mit den Zuschauern zeigte sich deutlich, dass der Übergangsbereich zum vollständigen autonomen Fahren noch lange dauern wird, die Rechtslage noch ungeklärt ist und eine Verbesserung der Sicherheit nur durch Testläufe bzw. einem Lernen der künstlichen Intelligenz aus Unfallsituationen möglich ist.